Namensbedeutungen bei Nachnamen



Namensbedeutung 

Als individuelles Erkennungs- und Unterscheidungsmerkmal gilt seit jeher der Name eines Menschen. Wenn am Anfang der Menschheitsgeschichte der Vorname noch ausreicht, gewinnen mit wachsender Bevölkerungsdichte Familiennamen (Nachnamen oder Hinternamen) immer mehr an Bedeutung. Die Findung der Nachnamen und Vornamen erstreckt sich über einen Zeitraum von etwa sechs Jahrhunderten und endet im Mittelalter. Dabei wird der Rufname mit einem Zusatz versehen, wie zum Beispiel "Müllers Anton" (Anton, der Sohn des Müllers) oder der Müller Anton (ein Müller namens Anton). Wenn sich ein Bürger einen neuen Wirkungskreis sucht, dann erhält er als Unterscheidungsmerkmal den Namen des Ortes, aus dem er stammt (z.B. Niederndörfer = aus dem niederen oder unteren Dorf kommend). Daraus entstehen im Laufe der Zeit eigenständige Nachnamen, die über Generationen weitergegeben werden. Auch wenn ein heutiger Anton Müller vielleicht als Opernsänger erfolgreich sein sollte, dürfte er bei gründlicher Ahnenforschung mit Sicherheit auf einen Vorfahren stoßen, der als Mühlenbesitzer tätig war. Die Namensbedeutungen sind bei diesen Beispielen eindeutig. 



Nachnamen

Schwieriger wird die Namensbedeutung bei Namen, die sich vermeintlich nicht erklären lassen, wie zum Beispiel Leutheusser-Schnarrenberger. Dieser Nachname setzt sich aus zwei Begriffen zusammen, von denen jeder für sich etwas bedeutet. Doch was? Namensforschung ist ein interessantes Betätigungsfeld und eng mit der Ahnenforschung verknüpft. Leutheusser könnte sich zum Beispiel auf Läuthäuser beziehen - Häuser in denen geläutet wird. Die Namensbedeutung Schnarrenberger dürfte auf einen Bergbauern deuten. Die Findung von Familiennamen wird im Mittelalter endgültig abgeschlossen. Alle heutigen Nachnamen stammen aus dieser Zeit. Sprachliche Abwandlungen haben manche Namensbedeutungen inzwischen bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Komplett neue Bezeichnungen sind jedoch selten. Es macht trotzdem Spaß, den Ursprung seines Familiennamens zu erforschen. Oft finden sich Hinternamen, die wie Rufnamen klingen. Das ist einfach zu erklären. Erstgeborene bekommen den Namen des Vaters an ihren Hauptnamen angehängt. Daraus entwickelt sich im Laufe der Jahrhunderte ein eigenständiger Familienname, zum Beispiel Niklas. Ursprüngliche Namensbedeutungen von Niklas können sein "der Sohn von Nikolaus" bzw. "Nikolaus' Sohn/Tochter". 




Modeerscheinung Doppelnamen als Hinternamen 

Neben der Nutzung des Vaternamens, der Berufsbezeichnung (Fischer, Müller, Schneider etc.) und Herkunfts- oder Ortsbezeichnungen finden noch körperliche Besonderheiten Anwendung als Unterscheidungsmerkmal und Namenszusatz (z.B. Großfuß, Kraushaar oder Schwarzer). Der Adelstitel "von" bedeutet übrigens nichts anderes, als dass dieser Mensch von "der und der Familie" stammt, da viele Adelige früher weit über die eigenen Landesgrenzen hinaus verheiratet werden. Manche "Blaublütige" geben sich allerdings auch wohlklingende Phantasienamen, um die Besonderheit ihres Standes hervorzuheben. Die Bildung von Nachnamen für die einfachen Bürger beginnt etwa tausend Jahre nach der heutigen Zeitrechnung, als Städte und Gemeinden anfangen zu wachsen. Ein Namenszusatz wird demzufolge verwaltungstechnisch unbedingt notwendig, um die Vielzahl der Menschen unterscheiden zu können. Diese "plötzliche" Zweinamigkeit ist also keine Mode Erscheinung, sondern ein Zeichen der rasanten menschlichen Entwicklung und spiegelt die Gegebenheiten der damaligen Zeit wieder.

 

Namensbedeutungen an 5 Beispielen

Hinternamen lassen sich nach fünf Kriterien unterscheiden: Familiennamen aus Rufnamen (Vater, Mutter z.B Hans, Peters)  , Familiennamen nach Herkunft (Land, Stammeszugehörigkeit z.B Bayer , Sachse), Familiennamen nach Wohnort oder Wohnstätte ( z.B Vogelsang , Breitner ), Familiennamen aus Berufsbezeichnungen (z.B Schneider , Zimmermann ) sowie Familiennamen, die sich auf körperliche Besonderheiten oder Merkmale beziehen. Vornamen hingegen sollen schon frühzeitig auf bestimmte Eigenschaften oder Fähigkeiten hinweisen, entweder gewünscht oder tatsächlich zutreffend. Die Kinder von Naturvölkern (z.B. Indianer) erhalten erst an der Schwelle zum Erwachsenendasein einen eigenständigen Namen, der zu ihnen passt und ihre charakteristischen Eigenschaften beschreibt. Heutzutage müssen Kinder mit dem Namen leben, der ihnen von den Eltern bei der Geburt gegeben wird. Hier sollte sorgfältig überlegt werden, um den Vornamen nicht zusammen mit dem Nachnamen der Lächerlichkeit preiszugeben. Wer möchte schon gern "Claire Grube" heißen?!







Beliebte Nachnamen Hinternamen Familiennamen mit Namensbedeutung






 


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